13.10.2007, Avalons Dust – wer nicht da war, hat was verpasst ;)
Wer auf aggressiven Hardcore und Metal steht, sollte am Samstag im Avalons Dust gewesen sein – wer nicht, hat was verpasst! Da ich den Schuppen aber selten, wenn überhaupt schonmal, so voll gesehen habe, dürften das nicht all zu viele gewesen sein. Schon allein, dass sich die legendären Ungarn „Ektomorf“ die Ehre gaben, ist ein Ereignis das man als begeisterter Hörer dieses Genres keinesfalls verpassen darf. Aber fangen wir am Anfang an, denn auch die Supportbands haben reichlich Lob verdient!
Die Nürnberger „Shattered Remains“ eröffneten den Abend mit Gitarrenriffs, die die Nackenmuskeln schnell aufwärmten. Zeitweise kam ich zu der Überlegung, ob ein Musiker der recht jungen Band (Gründung 2004) wohl ganz gern mal privat „Amon Amarth“ hört? Trotz der anscheinende Einflüsse und ruhiger Passagen war der eigene, sympathische Hardcore-Stil deutlich zu erkennen und heizte das Publikum schonmal ordentlich vor. Mit einer kleinen „Wall of Death“, bei der das Publikum nur allzu gern mitspielte, verabschiedeten sich „Shattered Remains” fast schon widerwillig und gaben die Bühne für die Nürnberger Mitbürger “Drillbit“frei.
„Drillbit“ gaben einen Mix aus Trash- und Deathmetal zum Besten. Sprech-, Grunz- und Cleangesang wechselten sich ab oder machten auch gern mal gemeinsames Werk – von schnellen Drums und klassischen Trash-Riffs begleitet und wer gut hinhört, merkt schnell das die Flying-V nicht nur schick aussieht, sondern der Musiker an selbiger auch ordentliche Töne rauszuholen weiß! Ein wenig übten die Jungs auch schonmal, „wie die Großen“ zu posen – aber das sei ihnen vergönnt, sicherlich werden sie es eines Tages brauchen können.
Soweit zur Nürnberger Regionalmusik – als dritter Supportact stürmten „Silent Decay“ die Bühne. Mit Screamer, aber etwas großzügig portionierten Rap-Passagen, outeten sich die Münchner als musikalisch sehr gut, doch auch ein wenig als persönliche Geschmackssache.
Bevor das gut aufgeheizte Publikum sich dem Hauptact des Abends hingeben durfte, wollten einige Probleme mit dem Strom einen Strich durch die Rechnung machen. Aber vom Veranstalter Burnout Events ist man bislang nur gute Konzerte und Organisation gewohnt, also nahmen “Ektomorf“, wenn auch mit geringfügiger Verspätung, den Dust Club bald in alle Einzelteile auseinander!
Neben den wohl allen bekannten Songs „Set me free“, „I know them“ und „Fuck you all“ lieferten die Ungarn ein Programm vom Feinsten ab. Wer ein wenig um sich schaute, erblickte vermutlich nur springende, feiernde Massen und fliegende Haare zwischen jeder Menge zu Pommesgabeln und Fäusten geballte Hände gen Himmel – und keiner kann Ektomorf nachsagen, sie ehren ihre Fans nicht. Bedankt hat sich Frontmann Zoltan jedenfalls oft genug.
Schade war der zeitweise sehr verrauschte Sound – manche Lieder konnte man deshalb selbst als eingefleischter Fan kaum erkennen.
Dennoch waren alle vier Bands absolut sehenswert!

